Alte Geschichten und Anekdoten aus der Dominikanischen Republik
Vieles wird sich auf den Strassen erzählt und etliche Kuriositäten geschehen, die man kaum glauben mag. Aber lest selbst und lasst euch unterhalten...
TRUJILLO UND DER SERGENTO
Noch Jahrzehnte nach der unmenschlichen Diktatur Trujillos erzählt man sich viele sonderbare Geschichten aus jener Zeit. Man wusste um Rafael Trujillos Brutalität aber auch um die Sympatie zu Männern die einen gewissen Schneit hatten. So trug es sich einmal zu, dass der Diktator dem wachhabenden Sergento am Hintereingang, der für die nächtlichen Privatausflüge Trujillos reserviert war, den Befehl gab keine Person , aber auch wirklich keine Menschenseele, diesen Ein- bzw. Ausgang passieren zu lassen.
Als der Diktator nun von seinen nächtlichen Eskapaden heimlich über den Hintereingang ins Haus wollte, wurde ihm der Einlass vom Sergento verweigert. Kam dies nicht schon fast einem Todesurteil gleich? Um nichts in der Welt wurde der Eingang geöffnet. Vor Wut schnaufend passierte er letztendlich den Haupteingang, ging gerade Wegs in sein Büro und liess mit folgenden Worten den wachhabenden Sergento vorführen: "Sergento, erkennen Sie mich jetzt?"
"Jawohl, mein Generalisimo, ich erkenne Sie. Sie sind ja schliesslich erst vor wenigen Minuten gekommen und haben doch auch versucht durch den Hintereingang einzutreten."
"Und warum haben Sie mich nicht hineingelassen, wenn Sie mich doch erkannt haben?", fragte Trujillo nun etwas ungehaltener.
"Da ich mich nie über die Befehle meines obersten Befehlshabers, meinem Generalisimo, hinwegsetzen würde. Und der Befahl besagte, keinen aber wirklich keinen zum Hintereingang hinein- oder herauszulassen."
Das imponierte den Diktator, liess ihn in den Offiziersrang erheben und setzte ihn als Wache für seine Privatgemächer ein.

TRUJILLO UND DIE TÖCHTER
Rafael Trujillo wurde beim Volk hinter vorgehaltener Hand DER BOCK genannt. Er nahm sich jede Frau, die er begehrte, arangierte Ehen, liess Ehen scheiden, und verging sich an vielen Töchtern und Ehefrauen der Männer seines Umfeldes. Dabei ertrug er keine Widerworte, die auch in der Regel tötlich endeten. So wie Trujillo ungerne Festlichkeiten ausliess, genoss er auch einst zusammen mit seiner Familie eine Aktivität in San Juan de la Maguana. Dort angekommen, fiel ihm direkt eine junge Schönheit ins Auge, mit der er am liebsten einige heisse Nächte verbringen wollte. Er war von ihrem Erscheinungsbild und der Eleganz regelrecht hingerissen. Diese Fau musste er besitzen!
Da nun aber seine Frau anwesend war befahl der lüsternde Diktator einem Berater, in den nächsten Tagen den Vater der jungen Frau vorsprechen zu lassen.
So geschah es dann auch, dass dieser sich wie befohlen im Büro des Oberhauptes der Dominikanischen Republik einfand. Man bot ein Glas Wasser und Kaffee an und tauschte sich Höflichkeitsfloskeln aus.
"Wissen Sie, warum ich Sie herbeten liess?", begann nun Trujillo.
"Nein, mein Generalisimo."
"Ich begehre Ihre Tochter. Sagen Sie mir nur, was Sie möchten! Sie haben einen Wunsch frei."
Der Vater überlegte lange - sehr lange.
"Nennen Sie mir einen Wunsch! Egal welcher es sein mag - ich gewähre Ihnen diesen!"
Der Mann druckste herum und wusste nicht wie er seinen Wunsch in Worte fassen sollte.
"Nur heraus mit der Sprache", kam es wieder vom ungeduldigen Diktator.
"Mein Generalismimo, wenn sie mich schon so fragen...wenn Sie meine Tochte haben möchten, so habe ich nur den einzigen Wunsch auch Ihre Tochter haben zu wollen!"
Nach diesen Worte erfüllte minutenlange Stille den Raum. Der Generalisimo rief seine Wache zu sich und der Vater glaubte schon, er würde von der Wache in den sicheren Tot geleitet werden. Um so überraschter war er, als er folgende Worte vernahm: "Dieser Mann steht unter meinem persönlichen Schutz! Von ihm können andere noch lernen! Fahren Sie diesen Señor bitte nach Hause!"
Und jedes Mal wenn Trujillo das kleine Städtchen San Juan de la Maguana besuchte, verpasste er es nie eine Tasse Kaffee bei dem mutigen Vater der Schönheit, die er aus respekt nie besass, zu trinken.
DER GROSSE BANKRAUB VON SANTIAGO
Trujillos Divise war; Keiner durfte in der Dominikanischen Republik rauben, stehlen , morden - dies war nur dem Diktator in "seinem" Land vorbehalten! So gab es eine Sicherheit auf dominikanischen Strassen, dass man mit offenen Tueren und Fenstern schlafen konnte. Selbst ein verlorenes Geldstueck auf dem Weg wurde nicht aufgehoben, um nicht in Verdacht zu geraten es gestohlen zu haben. Verbrechen wurden hart geahndet und endeten nicht selten mit dem Tode.
Es trug sich aber einst zu, dass von sieben Maennern ein Bankraub in Santiago veruebt wurde. Das durfte es in seinem Land nicht geben und so begann eine heisse Verfolgungsjagt. Das Fluchtfahrzeug schlug die Richtung nach Santo Domingo ein und musste soich zu jener Zeit noch mitten durch La Vega und Bonao quaelen, da es die Autopiste zwischen den zwei Staedten Santiago und Santo Domingo (oder Ciudad Trujillo, wie sie zu jener Zeit hiess) noch nicht gab. Dafuer benoetigte man im Normalfall, und wenn man gut durch kam, etwa drei Stunden. Wie an einem Wunder grenzend, brauchte der Fahrer des Fluchtfahrzeuges eine Rekordzeit von nur einer Stunde und Zwanzig Minuten. Dies liess Trujillo aufhoeren und nicht gerade unbeeindruckt. Hatte es bis dato doch noch keiner geschafft!
In Santo Domingo angekommen, wurden die Raeuber gestellt. Skrupellos wurden alle , alle ausser der Fahrer, an die Wand gestellt und fuer ihre Straftat hingerichtet. Der Fahrer musste laut Befehl des Diktators in den Militaerdienst eintreten und war von jenem Tage an einer der Choffeure des Generalisimo.
